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Die Monde des Mars |
Würde man als Astronaut auf dem Mars verweilen, könnte man ein seltsam anmutendes Verhalten der beiden Monde Phobos und Deimos registrieren. Der Grund dafür ergibt sich aus den Bahndaten, die in der folgenden Tabelle zusammengefasst sind: |
| PHOBOS | DEIMOS | |
| GROSSE HALBACHSE DER BAHNELLIPSE | 9.378,5 km | 23.458 km |
| BAHNEXZENTRIZITÄT | 0,0152 | 0,0002 |
| BAHNNEIGUNG ZUM MARSÄQUATOR | 1,03° | 1,83° |
| SIDERISCHE PERIODE | 0,319 Erdtage | 1,266 Erdtage |
| SYNODISCHE PERIODE (Mond / Mars) | 11 h 6 m | 5,477 Erdtage |
| ROTATION Länge des Tages (= halbe Bahnperiode) |
Synchron 3 h 49 m 37 s |
Synchron 15 h 9 m 25 s |
| DURCHMESSER (triaxiales Ellipsoid ) - langer - mittlerer - kurzer |
26,6 km 22,2 km 18,6 km |
15,2 km 12,4 km 10,8 km |
| VOLUMEN | 5.680 km³ | 1.052 km³ |
| MASSE | 1,08 x 1016 kg | 1,8 x 1015 kg |
| MITTLERE DICHTE | 1,905 g/cm³ | 1,7 g/cm³ |
Wie der Erdmond kreisen beide um ihren Mutterplaneten in der Richtung seiner Rotation. Infolge des wesentlich geringeren Abstandes unterscheiden sich ihre Umlaufgeschwindigkeiten erheblich. Sie roteren jedoch, wie unser Mond, synchron mit ihrer Umlaufzeit, das heisst, sie zeigen dem (fiktiven) Astronauten auf dem Mars immer dieselbe Seite. Phobos der innere Satellit, bewegt sich auf einer nahezu kreisförmigen Bahn, die 1/41 der Entfernung Erde – Mond entspricht. Das heisst, er bewegt sich in nur 5.985 km über der Marsoberfläche. Für den Beobachter auf dem Mars erscheint er als Scheibchen von knapp ½ Erdmonddurchmesser und in der Helligkeit, wie wir die Venus von der Erde aus wahrnehmen. Ein Beobachter auf Phobos jedoch würde den Mars als gewaltige, deutlich rotierende rote Kugel am Himmel sehen können. Mit einer scheinbaren Grösse von 42° würde Mars nahezu ¼ des sichtbaren Himmels bedecken. Dies entspricht der 7.000-fachen Fläche des uns sichtbaren Erdmondes. Mit einer siderischen Periode von 7 h 39 m braucht Phobos für einen Umlauf weniger als 1/3 der Tageslänge seines Mutterplaneten. Für eine Himmelsüberquerung von Horizont zu Horizont benötigt er 4 ½ Stunden. Die synodische Periode, d.h. die Zeit, nach der er wieder an derselben Stelle über dem Boden erscheint, beträgt 11 h 6 m. Das bedeutet, der Beobachter auf dem Mars erlebt täglich 2 Phobos–Aufgänge und natürlich auch -Untergänge. Seine Bahn ist gegenläufig zu allen anderen Hmmelskörpern. Er geht im Westen auf, rast in 4 1/2 h über den Himmel, und geht im Osten unter. Aufgrund der geringen Höhe über der Marsoberfläche bleibt Phobos im Nord- und Südpolarbereich über 69,5° Breite ständig unsichtbar. Die Umlaufbahn des weiter entfernten Deimos ist nahezu kreisförmig. Er hat einen Abstand von der Marsoberfläche von 20.100 km und eine siderische Perode von 30 h 18 m. Damit liegt Deimos nur wenig ausserhalb einer synchron verlaufenden Bahn zur Planetenrotation, die 24 h 37 m 23 s beträgt. Damit geht Deimos im Gegensatz zu Phobos im Osten auf, bleibt 2 ½ Marstage am Himmel und geht dann im Westen unter. Da seine synodische Periode etwa 5 1/2 Tage beträgt, geht er nach 3 Tagen wieder im Osten auf. Aufgrund seiner Höhe kann er bis 83 ½ ° Breite auf dem Mars als helles Lichtpünktchen von etwa doppeltem scheinbaren Venusdurchmesser gesehen werden. Mondphasen sind bei diesem Durchmesser nicht erkennbar. Wegen der geringen Grösse der Monde gibt es auf dem Mars keine Sonnenfinsternisse, dafür jede Menge Sonnentransits. Mondfinsternisse kann der Marsbewohner dagegen sehr häufig beobachten. |