Geschichte

Schon immer übte Mars eine besondere Faszination auf die Menschen aus. Wegen seiner roten Farbe, die an Blut und Kriege erinnerte, wurde er bei den Babyloniern, Griechen und Römern nach ihren jeweiligen Kriegsgöttern Nergal, Ares und Mars benannt.

Anfang des 17. Jahrhunderts gelang Johannes Kepler (1571-1630) mit Hilfe der sehr präzisen Bestimmung der Marspositionen des dänischen Astronomen Tycho Brahe (1546-1601) die Ableitung der nach ihm benannten Gesetze zur Planetenbewegung.
 
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Marszeichnung von Giovanni Virginio Schiaparelli
 
 
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Marszeichnung von Percival Lowell
 
1877 glaubte der italienische Astronom Giovanni Virginio Schiaparelli (1835-1910), regelmäßige dunkle Linien auf Mars zu erkennen, die er 'canali' (ital. Rinnen, Linien, Kanäle) nannte. Die 'Marskanäle' und damit die Idee einer möglichen intelligenten Zivilisation mit einem gigantischen Bewässerungssystem auf unserem Nachbarplaneten, waren geboren. Obwohl schon damals Astronomen warnten, dass es sich bei den Marskanälen um eine optische Täuschung handeln könnte, bestätigten viele Marsbeobachter die Kanäle des Schiaparelli. Beispielsweise verfiel auch der versierte Mars-Beobachter Percival Lowell (1855-1916) der Idee mit den Kanälen. Der menschliche Sehprozess verbindet offenbar gerne Strukturen zu einfachen Mustern und spielt unserer Wahrnehmung einen Streich. Die Kanäle - das kann man heute bestimmt sagen - existieren nicht. Aber der Mythos der 'Marsmenschen' hielt sich bis weit ins 20. Jahrhundert.

Erst die erfolgreichen Marsmissionen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts führten zu der ernüchternden Feststellung, dass bisher keine Lebensformen auf Mars nachweisbar sind.
 

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