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Über Mars |
Mars von der Erde aus beobachtet Mars ist - wenn er sich in Erdnähe aufhält - in der Regel ein dankbares Beobachtungsobjekt. Für das bloße Auge und das Fernglas ähnelt der Mars am Himmel einem hellen, orangeroten Stern. Schon mit kleinen Teleskopen kann die Planetenscheibe aufgelöst werden und mehr oder minder zahlreiche Oberflächendetails treten zutage. Dabei ist vor übertriebenen Erwartungen zu warnen: Selbst während der extremen Annäherung von Mars und Erde im August 2003 blieb die scheinbare Größe der Marskugel auf 25 Bogensekunden beschränkt (1° = 60 Bogenminuten und 1 Bogenminute = 60 Bogensekunden). Zum Vergleich: Der Vollmond hat rund 1.800 Bogensekunden scheinbaren Durchmesser! Anders ausgedrückt: Mars erschien am Erdhimmel im August 2003 so groß wie eine 1-EURO-Münze in einer Entfernung von rund 190 Metern! Perihel-Oppositionen sind für den Standort Erde die Gelegenheit, ein Maximum an Oberflächendetails auf Mars zu erfassen. Da Mars im Teleskop den erdähnlichsten Eindruck macht, fand die Marsbeobachtung schon immer das besondere Interesse der Amateurastronomen. Von den festen Planeten ist er der einzige, der deutliche Oberflächendetails zeigt. |
![]() Die scheinbare Größe und Helligkeit von Mars während der Oppositionen 1997 bis 2010 |
| Mit Erfolg können Linsen-Teleskope (Refraktoren) ab ca. 3 Zoll Öffnung und
Spiegel-Teleskope (Reflektoren) ab 4 Zoll Öffnung bei jeweils 70- bis
100-facher Vergrößerung eingesetzt werden. Richtig beeindruckend ist der
Anblick im 5-Zoll Refraktor (oder größer) bzw. 6-Zoll-Reflektor (oder
größer). Bei ruhigen Luftverhältnissen kann die Vergrößerung auf 150-
bis 200-fach und darüber hinaus gesteigert werden. Dann erscheint Mars im
Teleskop größer als der Vollmond mit dem bloßen Auge. Dennoch muss man sich
erst 'einsehen', wenn man alle wahrnehmbaren Details erfassen will. Der
schnelle Blick ins Okular führt oft zu Enttäuschungen. Mit ein wenig Übung sieht man über die Wochen und Monate um die Opposition das Anwachsen und Abschmelzen der weißen Polkappen, helle und dunkle Gebiete, die an kontinentartige Strukturen erinnern, evtl. auch Wolken oder die großen Marsvulkane. Außerdem wird deutlich, dass Mars in der Zeit vor und nach der Opposition einen deutlichen Phasendefekt aufweist, also nicht kreisrund erscheint. Das hängt mit seiner ausgeprägt elliptisch geformten Umlaufbahn zusammen. Wer regelmäßig beobachtet, kann auch die Rotationsdauer von Mars aufgrund der jeweils sichtbaren Oberflächen-Merkmale bestimmen. Eine besondere Herausforderung ist die photographische Beobachtung mit Film, CCD-, Web- und Videokameras. Dank stark verbesserter Methoden der elektronischen Bildbearbeitung gelangen heute auch viele Amateure mit vergleichsweise bescheidenem Equipment zu eindrucksvollen Resultaten. Selbst kurze Filmsequenzen, die die Rotation des Mars zeigen, sind mit etwas Geduld herstellbar. Allerdings benötigt der Beobachter vom Standort Erde auch das sprichwörtliche Quäntchen Glück. Wenn nämlich auf Mars einer der gefürchteten globalen Sandstürme tobt, sieht man im Fernrohr nur ein undefiniertes orangefarbenes Scheibchen. Manche werden sich fragen, ob die Planetenbeobachtung in der heutigen Zeit noch sinnvoll ist, wo doch Raumsonden diese Himmelskörper besucht und gestochen scharfe Aufnahmen von der Oberfläche zur Erde funkten. Wer einmal 'live' durch ein Fernrohr geschaut hat, kennt die Antwort! Gegenfrage: Warum besuchen so viele Menschen Konzerte, wo sie doch das gleiche als CD kaufen und zuhause in aller Ruhe und ohne hustende Nachbarn genießen könnten? |
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