Das wichtigste Beobachtungsgerät für Mars in Chile war ein Maksutov-Cassegrain Spiegelteleskop von Astro-Physics mit 254 mm (= 10 Zoll) Öffnung und einer Brennweite von 3.700 mm. Daraus ergibt sich ein Öffnungsverhältnis von 1:14,7. Die lange Brennweite dieses Instrumentes kommt der Beobachtung relativ kleiner Objekte am Himmel zugute. Mars war - trotz der besonders günstigen Opposition - ein relativ kleines Objekt. Die visuelle Beobachtung mit hoher Vergrößerung war mit relativ langbrennweitigen Okularen möglich, deren Einblicksverhalten angenehm ist. Dazu standen ein Zeiss/Baader Großfeldbinokularansatz sowie je zwei orthoskopische Okulare vom Typ Zeiss Abbe mit 16 bzw. 10 mm Brennweite zur Verfügung.
 

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Astro-Physics 10" / f 14,6 Maksutov-Cassegrain
mit aufgesetzter Taukappe.

Der nur  5,84 cm grosse Fangspiegel
obstruiert das System lediglich um 23%.


Auch bei der Photographie von Mars profitiert man von der langen Brennweite der Hauptoptik: Ohne allzugrosse brennweitenverlängernde Maßnahmen (z.B. Okularprojektion) kann ein hinreichend grosses Abbild von Mars auf den Chip der CCD- bzw. Web-Kamera projiziert werden. Eine 2x-Barlowlinse ergibt bereits eine effektive Brennweite von 7.400 mm. Mit dem Baader Fluorit Flatfield Converter kann eine bis zu 8-fache Verlängerung erreicht werden.

Das Astro-Physics Maksutov-Cassegrain-Teleskop ist als 'High-Resolution' Instrument konzipiert. [Hier klicken], um Beispielaufnahmen zu sehen, die vom 'Team Mars03' mit diesem Teleskop von Deutschland aus erstellt wurden. Einen Beitrag zur außerordentlichen Qualität leistet sicher die Asphärisierung zweier optischer Flächen, die extreme Genauigkeit und Glattheit des Hauptspiegels, die wirksame Streulichtunterdrückung im Tubus, die Möglichkeit zur Kühlung des Hauptspiegels von hinten mittels Lüftern, die besonders ausgeklügelte Vergütung der Meniskuslinse und die für ein Gerät dieser Bauart enorm geringe Obstruktion von gerade einmal 23% des Durchmessers (Fangspiegeldurchmesser = 5,84 cm).
 

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Einzigartig: Die offene Stuktur der Hauptspiegelzelle
mit zwei Ventilatoren. Gut zu sehen auch der
Fokussiermechanismus mittels Zahnriehmen.

Das erste von Astro-Physics gefertigte
Spiegelteleskop beeindruckt schon
aufgrund seiner Größe.


Nicht viele dieser exotischen Geräte wurden bisher gebaut und ausgeliefert. Daher gibt es auch nur wenige Erfahrungsberichte. Englischsprachig gibt es Reports auf 'Scopereviews' und 'Cloudynights'. Uns stand das Gerät erst seit Ende März 2003 zur Verfügung. Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir die Möglichkeit hatten, die Marsopposition mit diesem 'Planetenkiller' erleben zu dürfen. Dafür nahmen wir die Mühe einer langen Flugreise mit einem solch grossen Teleskop im Gepäck auf uns.

Doch was nützt das beste Teleskop ohne den geeigneten Unterbau? Den stellte uns dankenswerterweise unser Freund Daniel in Chile zur Verfügung, so dass wir unser Reisegepäck nicht weiter aufstocken müssen. Seinem Fundus gehört eine Astro-Physics 900 GTO an, die den Maksutov-Cassegrain sicher trug.

Und es kommt noch besser: Für Richfield-Beobachtungen und -Astrophotos durften wir auch Daniels in Chile stationierten Astro-Physics Refraktoren Starfire EDFS 155 mm f/7 und Traveler 105 mm f/6 verwenden.

Unser Photogepäck umfasste eine CCD-Kamera SBIG ST-2000XM mit Farbfilterrad SBIG CFW-8A, eine Philips ToUCam 740k WebCam, eine Mittelformatkamera 6x6 cm (die Flatfield-Linsen zum Anschluss an die AP Refraktoren inklusive), Kleinbildkameras mit diversen Objektiven und eine Digitalkamera.