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Die Expedition |
Am 28. August 2003 bot sich eine besonders günstige Gelegenheit, unseren Nachbarplaneten, den sagenumwobenen Mars zu beobachten. Aufgrund seiner stark elliptischen Bahn näherte er sich der Erde bis auf 55,76 Millionen Kilometer. Daher erschien er besonders hell und im Teleskop relativ gross, was die Erkennbarkeit zahlreicher Oberflächendetails ermöglichte. Visuelle Beobachtungen und photographische Aufnahmen waren in den Wochen vor, an und nach diesem Stichtag besonders lohnenswert. Leider war Deutschland kein Logenplatz für dieses Ereignis. Mars erreichte am Himmel eine nur recht bescheidene Höhe über dem Horizont. Das vom Mars ankommende Licht musste eine ziemlich lange Strecke durch die Atmosphäre der Erde zurücklegen. Die Folge davon ist, dass Schärfe und Stabilität des Planetenbildes bei der Beobachtung leiden. Hätte der Planet im Zenit (also senkrecht über unseren Köpfen) gestanden, wäre der Weg durch die Atmosphäre deutlich kürzer und die Beobachtungsmöglichkeiten entschieden besser gewesen. Bei den Überlegungen, wie dieses astronomische Großereignis am besten zu erleben und zu dokumentieren sei, spielte für uns die maximale Höhe von Mars am Himmel eine wichtige Rolle. Um verschiedene Standorte auf der Erde miteinander vergleichen zu können, entstand die folgende Tabelle: |
| Geogr. Breite |
Max. Höhe ü.d. Horizont |
Weg durch Atmosphäre relativ, (Zenit = 1) |
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| Stuttgart | 49° | 25° | 2,34 |
| Sardinien | 40° | 34° | 1,78 |
| Kreta | 35° | 39° | 1,58 |
| Teneriffa | 28,8° | 46° | 1,40 |
| Chile | -30° | 76° | 1,03 |
| Namibia | -21° | 85° | 1,00 |
Der Tabelle ist zu entnehmen, dass vom heimischen Stuttgart aus nur eine maximale Höhe von 25° erreicht wurde, und das Licht eine 2,34-fache der Strecke durch die störende Atmosphäre zurücklegen muss, im Vergleich zur Zenitstellung. Nach langen Diskussionen fiel die Wahl schliesslich auf Chile. Gründe dafür waren neben den fast optimalen Beobachtungsbedingungen, dass von dort aus nicht nur Mars, sondern auch weite Teile des südlichen Sternhimmels erkundet werden können, die von Deutschland aus stets unbeobachtbar bleiben. Als Glücksfall kommt hinzu, dass unser Sternfreund Daniel Verschatse in Chile lebt und dort eine Sternwarte betreibt. Das erlaubte uns, einige schwere und voluminöse Ausrüstungsgegenstände zuhause zu lassen, da wir auf Daniels Ausstattung zurückgreifen konnten. Der Beobachtungsort lag in der Nähe von Vicuña auf 1.400m Höhe in Sichtweite der beiden Großobservatorien Tololo und Gemini. Die folgenden Bilder liefern einen Eindruck der dortigen Landschaft: |
![]() (Auf das Bild klicken, um es zu vergrößern) |
![]() Condor über dem Tololo Observatory (Auf das Bild klicken, um es zu vergrößern) |
Die Expeditionsdauer betrug drei Wochen (Mitte August - Anfang September). In dieser Zeit sollten umfangreiche Beobachtungsprogramme des Mars durchgeführt werden. Die jeweils aktuellen Ergebnisse in Form von Photos, Zeichnungen und Beobachtungsberichten waren im Rahmen dieser Website zeitnah zu sehen. Obwohl Mars im Mittelpunkt stand, galt ein anderer Teil der Expedition der Erschliessung des südlichen Sternhimmels. Dessen Attraktionen wurden mit unseren Photo-, Web- und CCD-Kameras in bleibende Erinnerungen verwandelt. |
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